Mikro攌onomik - Vorlesung 2

Mikro攌onomik - Vorlesung 2 - Priv-Doz Dr...

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Priv.-Doz. Dr. Detlef Aufderheide Sommersemester 2007 Institut für Anlagen und Systemtechnologien E- ± [email protected] Mikroökonomik/WI (2 SWS) Vorlesungsunterlagen Nr. 2 I.3. Die manchmal nur vermeintliche Diskrepanz zwischen Theorie und Realität: Anmerkungen zu erfolgreicher Theoriebildung Für die verwendete Methode wiederholen wir: Ausgangspunkt ist die ungeheure Komple- xität der Wirklichkeit von Märkten. Deshalb ist es zwingend nötig, zur Erkenntnisgewin- nung die Bedingungen der Realität in der Theorie zu reduzieren auf die wichtigsten, eini- germaßen überschaubaren Zusammenhänge: Abstraktion und Reduktion durch stilisieren- de Annahmen und Modellbildung sind unbedingt erforderlich: Ein Forscher, der sich dar- auf festlegen wollte, die Wirklichkeit möglichst detailgetreu und insofern realitätsnah in der Theorie abzubilden, würde nicht Wissenschaft betreiben, sondern Photographie. Der Vorgang der Abstraktion erfolgt selbstverständlich nicht willkürlich: Wir müssen bei der ökonomischen Modellbildung stets versuchen, die relevanten Details von den weniger relevanten zu trennen – leider allerdings, ohne vorab zu wissen, welche (eher) zu der ers- ten und welche (eher) zu der zweiten Gruppe gehören: trial and error heißt hier die Devise. Und: Welche Umstände relevant sind und welche nicht, hängt immer von der jeweiligen Fragestellung ab (!): Es gibt keine „per se“ relevanten Daten, Fakten oder Annahmen. Es gibt in diesem Zusammenhang übrigens eine nicht nur begriffliche Analogie zum Mo- dellbegriff der Architektur: Auch dort gibt beispielsweise das Modell eines neuen Unter- nehmenssitzes das spätere Original nur in beachtlich abstrakter Form wieder: weder die Größe (!) noch die Farbe oder gar das Material entsprechen in der Regel dem später in der Realität vorzufindenden Objekt; bei den Proportionen sieht es allerdings schon anders aus. Auch hier sind spätere Enttäuschungen – Irrtümer – nicht auszuschließen, vielleicht weil der Blickwinkel des Modellbetrachters ein anderer ist als der des Passanten, der später so- zusagen aus der Froschperspektive dem Ergebnis gegenübersteht? Wir können diese Frage hier glücklicherweise offen lassen und auf die einschlägige Fachliteratur in der Architektur verweisen.
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Mikroökonomik/WI: SS 2007 Arbeitsunterlagen zur Vorlesung Seite V2-2 II. Akteure, Verhaltensweisen und Restriktionen (1): Theorie des Haushalts Wie wir – unter anderem – im I. Kapitel gesehen haben, gibt es sehr gute Gründe, sich intensiver mit Märkten als Institutionen zur Bewältigung des K-Problems (des Knappheits- problems) zu beschäftigen: Sie können offenbar auf außerordentlich kostengünstige (effi- ziente) Weise Anreize an die Beteiligten aussenden, zur Minderung des Knappheitsprob- lems beizutragen. Diese Beteiligten, die wir zu den Gruppen der Anbieter und Nachfrager zusammenfassen, betrachten wir in diesem und dem folgenden III. Kapitel etwas näher, um u. a. Antworten auf die am Ende des I. Kapitels formulierten Fragen zu finden. Später, (erst) im IV. Kapitel, werden wir Angebots- und Nachfrageseite zusammenführen, um Er-
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