Cultural Studies Review_of_J.C._de_Vos_H._Lohr_Hg._You_Sh.pdf - De Vos J Cornelis\/L\u00f6hr Hermut(Hg \u201eYou Shall Not Kill\u201d The Prohibition of Killing in

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De Vos, J. Cornelis/Löhr, Hermut (Hg.), „You Shall Not Kill”. The Prohibition of Killing in Ancient Religions and Cultures, Journal of Ancient Judaism Supplements 27, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2018, 310 S. Der Band dokumentiert die Beiträge einer Tagung unter der Überschrift „,Du sollst nicht töten‘. Das Tötungsverbot als Norm in Religion und Kulturen der Antike“ im Januar 2011 an der Universität Münster. Es sollten auf dieser Tagung die Fragen einer Antwort näher gebracht werden, ob in der Antike das Tötungsverbot, das prominent im Dekalog der Hebräischen Bibel formuliert worden ist, auch außerhalb des unmittelbaren Wirkungsbereichs der Bibel als normativ galt, wie Rechtsfolgen vorsätzlicher und nicht vorsätzlicher Tötungen voneinander abgegrenzt wurden, unter welchen Umständen die Tötung von Menschen als erlaubt angesehen wurde und wie theologisch mit der Zuschreibung der Tötung von Menschen durch Gott umgegangen wurde. Matthias Köckert (Berlin) diskutiert in seinem Beitrag „Das Verbot ,Du sollst nicht töten‘ im Dekalog“ den semantischen Bedeutungsumfang der in diesem Gebot in Ex 20,13/Dtn 5,17 verwendeten hebräischen Wurzel des Verbs rās ah , das aus der Umgangssprache stammend die Tötung eines Menschen unabhängig von der Schuldfrage bezeichnet, so dass eine Wiedergabe des Gebots mit „du sollst nicht morden“ dem hebräischen Text nicht gerecht wird. Da das im Dekalog angesprochene Du der Nächste, der Geltungsbereich des Dekalogs also der zwischen Familie und Mitmensch sei, habe das Tötungsverbot des Dekalogs keine Geltung im Verhältnis der Völker und auch nicht auf der Ebene staatlicher Gewalt, die außerhalb des Geltungsbereichs des Gebots liege. Das Tötungsverbot des Dekalogs setzt das Todesrecht des Bundesbuches in Ex 21,12.(13-14) voraus, dem sich Reinhard Achenbach (Münster) in seinem Beitrag „Ursprung und Gestalt des Todesrechts im Bundesbuch“ zuwendet. Er sieht eine Besonderheit des hebräischen Rechts in der Zusammenstellung von apodiktischen Rechtssätzen zu den Themen Tötung, Elternrecht und Menschenraub in Ex 21,12.15-17, die im Keilschriftrecht unabhängig voneinander verhandelt werden, worin sich zeige, „wie eng im israelitischen Denken das familiare Recht noch die prinzipiellen Rechtsvorstellungen beherrscht.“ Davon seien die apodiktischen Rechtssätze in Ex 21,17-19 als nachexilisch abzuheben, die die Theologisierung des Rechts im Bundesbuch voraussetzen, die generell auf eine Unterstellung des Rechts unter den Schutz des Tempels als Reaktion auf den verschärften Druck der assyrischen Hegemonialmacht im 7. Jh. zurückgeführt wird. Inhaltlich habe das apodiktische Recht des Bundesbuches Parallelen in
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