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Unformatted text preview: 1 Jürgen Preiß (Hrsg.) Jahrbuch der Kreativität 2 Ideeller Träger Geselschaft für Kreativität e.V. Beirat Holger Burckhardt Inhaber der ID-GmbH, Frankfurt, Leiter des Design Zentrum Hessen von 1995 bis 2006, Mitglied der Gesellschaft für Kreativität e.V. Prof. Dr. Horst Geschka Inhaber des Dr.-Otto-Röhm-Stiftungslehrstuhls für Unternehmensgründung an der TU Darmstadt. Gründungsvorsitzender und Mitglied des Vorstandes der „Gesellschaft für Kreativität e.V.“, Vorsitzender des Aufsichtsrats des Softwareentwicklers „5 Point AG“, Darmstadt, sowie Kurator des Fraunhofer-Instituts für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen, Euskirchen. Prof. Andreas Henrich Professor für Grundlagen der Gestaltung, Kunsthochschule für Medien, Köln Copyright © 2010 Jürgen Preiß Marketing & Kommunikation, Köln ( ) Prof. Dr. Jörg Mehlhorn Professor für Marketing, Betriebswirtschaft FHMainz, Vorsitzender der Gesellschaft für Kreativität e.V. Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Film, Funk und Fernsehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger jeder Art, digitale Medien jeder Art, auszugsweisen Nachdruck oder Einspeisung und Rückgewinnung in Datenverarbeitungsanlagen aller Art sowie das Internet, sind vorbehalten. Idee / Konzept / Produktion: Cover: Monika Heimann, ISBN • PDF • epub 978-3-00-026265-4 978-3-00-026266-1 3 Inhalt Seite Seite Ole Kleffmann Mehr Kreativität durch Prozessoptimierung 113 Teil 1: Die Preisträger des CREO 2009 Herbert Weinreich Moderation kreativer Prozesse im Innovationsprozess 124 Prof. Dr. Jörg Mehlhorn Laudatio auf Edward de Bono für sein Lebenswerk 10 Michaela Sauer Kreative Prozesse in der Innovationsentwicklung bei der InnovationLab GmbH 132 Dr. Gabriele König Kinderakademie Fulda 18 Vorwort Prof. Dr. Jörg Mehlhorn Einleitung Jürgen Preiß 6 8 Jiri Scherer / Chris Brügger Innovationsmanagement für Dienstleistungsunternehmen 140 Teil 2: Kreativität zwischen Motivation, Glück und Kompetenz Torsten Seelbach Faszination Gehirn – Wie Ziele, Motive und Innovationen entstehen Prof. Dr. Barbara Winckler-Ruß Kreatives Denken David Schlicksupp Kreativität als berufliche Kompetenz der Zukunft Dr. Artur Hornung Kreativität und Glückskompetenz Teil 4: Ideen fördern – Methoden und Ansätze Prof. Dr. Stephan Sonnenburg Unternehmenskreativität als Unternehmen Kreativität 150 Sylvia-Inez Rolke Kreativität 2.0 165 Gisela Hagemann Die Wirkungskraft von Ideen im Voraus berechnen: Die Six Value Medals 183 23 40 54 Arno Dirlewanger Ideen-Bewertung anders inszeniert – von der selektierenden zur fördernden Bewertung 192 69 Teil 5: Portraits von Beratungsunternehmen und Trainern 201 Teil 3: Kreative Prozesse Prof. Dr. Horst Geschka Das Offene Problemlösungsmodell (OPM) und andere Problemlösungsstrategien Monika Heimann Von der Imagination zur Idee zum Image Teil 6: Autorinnen und Autoren 212 Teil 7: Ausblick 217 82 101 4 Innovationen machen das 5 Vorwort Prof. Dr. Jörg Mehlhorn Die Zeit ist reif .... beantworten sein, es verwunderte sehr, dass sich landauf landab und unabhängig von der Größe nur einige wenige bereit erklärten, eine Anzeige zu schalten. Das Europäische Jahr der Kreativität und Innovation 2009 verging, ohne dass die deutsche Öffentlichkeit davon Notiz nahm. Weder traten die beiden von der Europäischen Kommission ernannten deutschen Botschafter medienwirksam in Erscheinung, noch machte das zuständige Bildungsministerium daraus einen besonderen Event. Am Engagement von Herrn Preiß kann es eben so wenig gelegen haben wie am Inhalt des Sammelwerkes, denn die angesprochenen Verlage waren sämtlich angetan von der Qualität der Beiträge. Immerhin konnte das Bundeswirtschaftsministerium gemeinsam mit dem Kulturbeauftragten der Bundesregierung seinen Abschlussbericht zur Kultur- und Kreativwirtschaft vorlegen, dem 11 Branchen-Hearings vorangegangen waren. Schon sahen die ideellen Unterstützer das Jahrbuch kippen, als Steve Jobs Anfang 2010 mit der Präsentation des iPad von Apple eine neue Ära für eBook Reader einläutete und den Herausgeber zum nun vorliegenden eBook-Konzept inspirierte. Allen war klar, dass das Jahrbuch als eBook ein radikaler Schwenk sein würde, der jedoch enorme Chancen bietet - bei begrüßenswert niedrigen Kosten. Soweit bekannt, war es in den anderen Europäischen Staaten auch nicht besser, einzig in Brüssel wurden etliche Kongresse veranstaltet. Lobenswert sind ohne Zweifel die Thesen, die im Stockholmer Manifest bei der Schlusszeremonie im Dezember von den 27 Ambassadors of Creativity and Innovation verkündet wurden, nachzulesen unter . Sie halten also eine doppelte Innovation in Ihren Händen: Einmal die technische, die Ihnen ein immaterielles Buch liefert, das Sie um die ganze Welt begleiten kann und Ihnen solange zur Verfügung steht, wie Ihr Akku den Strom liefert. Zum anderen die inhaltliche Neuerung, dass sich erstmalig im deutschen Sprachraum Autoren fanden, die eine Jahrbuch-Reihe anstoßen wollen, die dem Thema Kreativität jene Aufmerksamkeit schenken soll, die es verdient hat: Für alle Schichten und alle Bereiche der Gesellschaft, für alle Branchen der Wirtschaft wie auch in allen Dimensionen der privaten Sphäre, denn wir verstehen Kreativität als eine menschliche Gabe, die jeder besitzt, die es zu fördern und zu erhalten gilt und dies ohne Altersbeschränkungen. Kreativität ist eine Dimension Ihrer eigenen Persönlichkeit, insofern ist es ein Gebot der Humanität, diese zu ergründen und individuell zur Entfaltung zu bringen. Hier sehen wir uns einig mit den Vätern unseres Grundgesetzes, die dem Staat in Artikel 2 weitsichtig auferlegt haben, die freie Entfaltung der Persönlichkeit nach Kräften zu fördern. Welchen Beitrag konnte und wollte die gemeinnützige Gesellschaft für Kreativität e.V. mit ihren bescheidenen Mitteln leisten? Außer der Verleihung unseres Kreativitätspreises CREO an die größte europäische Autorität der Jetztzeit in Berlin - Professor Edward de Bono - sollte noch ein Zeichen gesetzt werden, das nachhaltiger und vor allem breiter wirkt als eine Preisverleihung. Da kam die Idee von unserem Mitglied Herrn Jürgen Preiß gerade recht, der uns vorschlug, die ideelle Trägerschaft zu übernehmen für ein Jahrbuch, das er Ende 2009 zu veröffentlichen gedenke. Der Vorstand war begeistert und schnell auch überzeugt, dem Projekt eine stabile finanzielle Grundausstattung zu gewähren. Der Rest sollte über Anzeigen und Firmenportraits finanziert werden. Ob es der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise oder dem Thema zuzuschreiben ist, wird nie zu 6 Prof. Dr. Jörg Mehlhorn / Vorwort Indem Sie dieses ‚Buch’ erworben haben, belohnen Sie sich selbst und leisten damit einen wichtigen Beitrag für eine kreativere Gesellschaft. Das Erscheinungsjahr 2009 haben wir verpasst, aber das Jahr 2010 ist für Insider historisch von allergrößter Bedeutung. Am 5. September jährt sich zum 60. Mal der Tag jener berühmten Rede des US-Psychologen Joy Paul Guilford, der anlässlich seiner Ernennung zum Präsidenten der American Psychological Association der erstaunten Fachwelt seine These vortrug: Jeder Mensch hat kreative Fähigkeiten, sie unterscheiden sich nur im Ausmaß und ihrer Ausrichtung* Damit war der bis dahin gültige Genie-Ansatz empirisch widerlegt und das Tor geöffnet für ein völlig neues Verständnis dieser elementaren menschlichen Begabung, die noch immer im Schatten der Intelligenz steht, die total überschätzt wird, wenn es um das Lösen von bisher unbekannten Problemen, also um kreatives Denken geht. Prof. Dr. Jörg Mehlhorn Vorsitzender der Gesellschaft für Kreativität e.V. 7 Jürgen Preiß Einleitung Das Wissen über Kreativität verbreiten sind insbesondere: Manager und Geschäftsführer in Wirtschaftsunternehmen und Institutionen, Fach- und Führungskräfte, Innovationsmanager, Ideenmanager, Kreative sowie Verantwortliche in Gesellschaft, Politik und Bildung. Das vorliegende Jahrbuch der Kreativität bündelt das Wissen herausragender Experten zum Thema Kreativität und will es damit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Auch wenn Kreativität vor 60 Jahren durch die Aussage von Joy Paul Guilford gewissenmaßen zum Volkseigentum erklärt wurde, herrscht in den Köpfen vieler Menschen immer noch die Meinung: “Entweder man ist kreativ, oder man ist es eben nicht”. Um diesem Vorurteil entgegenzutreten, habe ich dieses Jahrbuchprojekt gestartet. In 16 Beiträgen widmen sich renommierte Berater und Trainer aus dem Bereich Kreativität und Innovationsmanagement unter anderem den Fragen: „Wie entstehen Ideen?“; „Wie werden aus Ideen Innovationen?“ und „Wie kann eine Atmosphäre der Kreativität in unserer Gesellschaft geschaffen und erhalten werden?“ Das Jahrbuch der Kreativität will Brücken bauen, zwischen Kreativität in Alltag und Beruf, Ideenmanagement und Innovationsmanagement. Denn Kreativität und Innovationskraft sind Rohstoffe im globalen Wettbewerb. "Kreativität und Innovation sind zentrale Elemente der heutigen wissensbasierten Gesellschaften Europas, um den Chancen und Herausforderungen der Globalisierung wirksam begegnen zu können. Beide sind eng verknüpft, denn persönliche Kreativität ist unabdingbare Voraussetzung für die Innovationsfähigkeit einer Gesellschaft.", sagte unlängst Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Erstmals wird das Thema „Kreativität und Innovation“ in einem Jahrbuch umfassend aus der Perspektive von Forschung und Wissenschaft, Wirtschaft, Technologie, Design, Kunst, Kultur und Bildung beleuchtet und allgemeinverständlich präsentiert. Behandelt werden neueste Erkenntnisse zur Entstehung von Ideen in unserem Gehirn, die Bedeutung von Kreativität als beruflicher Kompetenz der Zukunft ebenso wie der Einfluss von Glücksempfinden auf Kreativität. Auf über 200 Seiten geht es um Ideenbewertung, Vorhersehbarkeit der Wirkungskraft von Ideen, geeignete Problemlösungsstrategien sowie um die Optimierung kreativer Prozesse im Innovationsumfeld und die Anforderungen an die Moderation solcher Prozesse. Außerdem um die Kraft der Imagination, Kreativität in der Kunstproduktion und dem Web 2.0 als neuem Kreativitätsmotor. In einem Sonderbeitrag widmet sich Prof. Dr. Jörg Mehlhorn, Vorsitzender der Gesellschaft für Kreativität e.V. zudem dem Lebenswerk von CREO-Preisträger Prof. Edward de Bono. Bei der Aufgabe die schlummernden Potenziale besser auszuschöpfen, tritt das Jahrbuch der Kreativität unterstützend an und will mittels der Beiträge vermitteln, wie in unterschiedlichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen Kreativität ein- und umgesetzt wird. Es wagt den Blick über den Tellerrand, gibt Anregungen zum Kontext- und Musterbruch. Die Inspiration durch das Andere suchend, um Lösungsräume außerhalb der gewohnten Bahnen zu öffnen. Neben Methodenwissen ist hierbei auch praktische Übung erforderlich. Querdenken erfordert Training und Kontinuität. Es geht also nicht nur darum Neues zu denken, sondern auch um neues Denken! Seien Sie also bei der Lektüre möglichst unvoreingenommen und öffnen Sie sich für die Chance auf unbekannten Wegen ungeahnte Lösungen zu finden. Und wenn Sie dazu Unterstützung haben möchten, kontaktieren Sie die Fachleute, die sich im Firmenverzeichnis präsentieren. Im Jahresrhythmus dokumentiert das „Jahrbuch der Kreativität“ zukünftig die jeweils neuesten Entwicklungen im Markt. Damit wird das Jahrbuch der Kreativität und die Website ( ) zur Plattform für alle, die mit der Steigerung der Wertschöpfung, der Entwicklung von Innovationen sowie der Verbesserung der Umfeldbedingungen für Kreativität in Unternehmen und Gesellschaft befasst sind. Zielgruppen Viel Freude, Glück und Erfolg wünscht Jürgen Preiß Herausgeber 8 Der CREO Der CREO ist ein Ehrenpreis, der erstmals in 2007 verliehen wurde. Man bewirbt sich nicht, sondern wird von einer Jury vorgeschlagen. Vergeben wird der Preis von der gemeinnützigen Gesellschaft für Kreativität e.V., die diesen jedes Jahr in mindestens einer Kategorie erteilt. Erhalten sollen den CREO Personen und/oder Institutionen, die sich entweder durch eine besonders kreative Leistung oder durch nachhaltiges Handeln im Sinne unserer Satzung ausgezeichnet haben. Prof. Edward de Bono erhielt am 18. September in Berlin den CREO 2009 für sein Lebenswerk. Sein Leitspruch: Creativity can be taught! Der Name leitet sich ab vom Lateinischen creo ergo sum (Ich schöpfe, also bin ich!). Als Symbol wird keine typische Trophäe überreicht, sondern eine transparente Kassette, in der Bild- und Textkarten zusammen gestellt sind, die den jeweiligen Preisträger und den Stifter näher beschreiben. Die Karten werden jeweils von angehenden Mediengestaltern des Technischen Berufskollegs in Solingen unter Leitung von Frau Sasse-Olsen künstlerisch gestaltet. Unmögliche möglich! Ende November wurde die Kinderakademie Fulda mit dem CREO 09 ausgezeichnet: Seit 18 Jahren fördert das erste deutsche Mitmach-Museum Neugierde, Wahrnehmung und Kreativität von Kindern. In 2007 wurde der CREO verliehen in der Kategorie Kreatives Produkt an das mittelständisches Familienunternehmen BIONADE sowie in der Kategorie Lebenswerk an das ProfessorenEhepaar Mehlhorn aus Leipzig, die eine besondere Form der Kreativitätsförderung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geschaffen haben. Im Jahr 2008 ging der CREO an die LEGO Group anlässlich des 50. Jahrestages der Patentanmeldung des legendären LEGO Steins. Nach Ansicht der Jury gibt es kein Spielzeug, das die Kreativität von Kindern besser fördert als der LEGO Stein und das zugehörige System. 2009 wurde von der EU zum Year of Creativity and Innovation erklärt, da lag es nahe, eine Persönlichkeit zu ehren, die weltweit als die Nummer 1 gilt und als Erfinder des Lateralen Denkens in die Geschichte einging: 9 Prof. Dr. Jörg Mehlhorn LAUDATIO auf Prof. Dr. Edward de Bono Martin-Gropius-Bau, Berlin am 18. September 2009 v.l.n.r.: Prof. Edward de Bono; Prof. Dr. Jörg Mehlhorn © Sasse-Olsen, 2009 neuartigen Getränkes mit dem prägnanten Namen BIONADE, das gegen viele Widerstände über Jahre entwickelt und am Ende doch sehr erfolgreich eingeführt wurde. In 2008 ging der CREO nach Dänemark: Wir ehrten den Erfinder des LEGO-Steins, weil wir der Ansicht waren, dass kein Spielzeug die Kreativität von Kindern mehr fördert als dieser universelle Baustein, der vor 50 Jahren patentiert wurde. Dear Mr. De Bono, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder, im Namen der Gesellschaft für Kreativität e.V. begrüße ich Sie zur diesjährigen Verleihung des Kreativitätspreises CREO. Wir verleihen diesen Ehrenpreis nun schon im dritten Jahr: 2007 blieb er in Deutschland, wir ehrten das pädagogische Konzept des Ehepaares Prof. Dr. Gerlinde und Prof. Dr. Hans-Georg Mehlhorn, das schon vor der Wende in Leipzig die Kreativitätsschule gegründet hatte und inzwischen weiter ausgebaut hat zu Ganztagsschulen und Gymnasien – und dies an mehreren Standorten. Wir verleihen den Preis meist Anfang September, da wir den 5. September zum nationalen DAY OF CREATIVITY erklärt haben in Erinnerung an die berühmte Rede des US-Amerikaners Guilford, der diese 1950 hielt anlässlich seiner Ernennung zum Präsidenten der American Psychological Association. Parallel würdigten wir 2007 noch die Familien Leipold und Kowalsky für das innovative Konzept eines 10 Prof. Dr. Jörg Mehlhorn / LAUDATIO auf Prof. Dr. Edward de Bono Mintzner von der Universität-Potsdam. Die Rede trug den schlichten Titel CREATIVITY und gipfelte in dem berühmten Satz: Jeder Mensch hat kreative Fähigkeiten. Damit war der bis dahin gültige Genie-Ansatz empirisch widerlegt und das Tor geöffnet, für ein völlig neues Verständnis dieser elementaren menschlichen Begabung. Wir heißen Prof. de Bono zunächst willkommen in seiner speziellen Funktion als einer von 27 von der European Commission ernannten Ambassadors of Creativity and Innovation nämlich als den, der das kleinste Land der EU vertritt – sein Heimatland MALTA. Wir feiern heute also mit Ihnen hier den Day of Creativity 2009 und dies bereits zum 10. Mal. 2009 ist für uns alle ein ganz besonderes Jahr, wurde es doch von der Europäischen Kommission zum Year of Creativity and Innovation ernannt. Was liegt da näher, als eine Persönlichkeit zu ehren, die sich europaweit seit langem um das Thema Creative Thinking verdient gemacht hat. Es gibt in der Tat nur eine Person, die dafür in Frage kommt und insofern hatte die Jury diesmal eine sehr leichte Aufgabe. Es ist uns eine außerordentliche Ehre, dass diese Persönlichkeit heute den Weg zu uns nach Berlin gefunden hat: Begrüßen Sie Prof. Dr. Edward de Bono! Wir begrüßen Prof. de Bono aber insbesondere als ‚den’ europäischen Pionier des Themas CREATIVITY, das er immer verstanden wissen wollte als serious creativity. und wir begrüßen ihn gleichfalls als den unermüdlichen Autor, der mehr als 70 Bücher verfasst hat, die in insgesamt 39 Sprachen übersetzt wurden. In 59 Ländern hat er Vorträge gehalten und in vielen dieser Staaten unterhält er ein Netzwerk von mehr als 1000 Trainern, die von ihm indirekt über Mastertrainer zertifiziert wurden. Kurzum, er gilt als d i e weltweit führende Autorität auf dem Gebiet des kreativen Denkens und nennt sich selbst Ambassador of Thinking. Des Weiteren begrüßen wir als Ehrengäste Prof. Dr. Schöne von der TU Chemnitz und Frau Dr. Auch wenn 2009 nicht zum European Year of Creativity and Innovation ernannt worden wäre, 11 Prof. Dr. Jörg Mehlhorn / LAUDATIO auf Prof. Dr. Edward de Bono Bildmotive gestaltet von Schülern und Schülerinnen der Klasse Mediengestalter des Technischen Berufskollegs Solingen hätten wir Edward de Bono heute geehrt, ja ehren müssen, denn ein ihm ganz besonders wichtiges und vielfach zitiertes Buch erschien vor genau 40 Jahren und legte damit den Grundstein seiner Mission, die ihn um die ganze Welt führte. Wir feiern mit Ihnen den 40. Geburtstag von The Mechanism of Mind, das 1969 erstmals erschien. Wie der Name sagt, erklärt das Buch die Funktionsweise des Gehirns und unterscheidet dabei vier Formen des Denkens: Das natürliche, das logische, das mathematische und als Krönung das laterale Denken, das uns erlaubt, aus den üblichen wird es uns vorgestellt als The New Functional Word und in der Tat soll es uns helfen, aus unseren DENK-Bahnen auszubrechen. Zitat: PO is to lateral thinking what NO is to logical thinking. Lateral thinking could be regarded as the management of PO just as logical thinking is the management of NO PO steht für provocative operation, also für eine Provokation beim Denken, Beispiel: Flugzeuge landen auf dem Rücken. Damit werden wir gezwungen, unsere herkömmliche Sicht der Dinge aufzugeben und in eine neue Welt einzutauchen – zumindest für einige Minuten. Die Frage an uns lautet: Was würde sich ändern, was könnte sich ändern, wenn Flugzeuge tatsächlich so landen würden?? Denkmustern auszubrechen und neuartige Kombinationen von Wissen zu generieren. Mit diesem Begriff Lateral Thinking wurden Sie berühmt, das Oxford English Dictionary griff ihn rasch auf und diese MARKE wird auch immer mit Ihrer Person verbunden bleiben; im Deutschen beschreiben wir diesen Vorgang ja sehr anschaulich mit QuerDenken. Das Jahr 1969 brachte aber noch eine weitere Errungenschaft, die leider in Deutschland noch weniger bekannt ist als Ihr Schlüsselwort PO. Gemeint ist Ihr Programm und gleichnamige Stiftung CoRT, die zum Ziel hat, Schüler aller Alters- Es gibt aber noch ein zweites Wort, das Sie erfunden haben. Es ist eher den Insidern bekannt und heißt schlicht PO. Im 34. Kapitel dieses Buches 12 Prof. Dr. Jörg Mehlhorn / LAUDATIO auf Prof. Dr. Edward de Bono tik, -klassen Tools und Methoden zur Verfügung zu stellen, um zielgerichtet und umfänglich über ein Thema nachzudenken und unabhängiger zu werden im Geist. CoRT steht für Cognitive Research Trust, wird von Ihrem Bruder Peter betreut und ist eine Non-Profit Organisation, die Sie aus Ihren kommerziellen Aktivitäten heraus finanzieren. aber nicht all das, was da heute gelehrt wird. In vielen Ländern der EU werden rund 25% der Unterrichts-Zeit auf Mathematik verwendet, wovon Menschen im Laufe ihres Lebens aber nur 3% nutzen. Die so ge...
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