Jugendliche Bildungsräume unter bedingungen der migration

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Jahrgang 5 Ausgabe 1 Schwerpunkt “Interkulturelle Bildung” (hrsg. von Yasemin Karakaşoğlu & Sonja Bandorski) ISSN 1860-8213 Jugendliche Bildungsräume unter Bedingungen der Migration Merle Hummrich In dem Artikel geht es um Strategien der Nutzung von Bildungsräumen durch weibliche Migranten- jugendendliche aus dem Arbeitermilieu. Nicht die die Frage von Zugehörigkeit(en) oder Abstam- mung steht dabei im Vordergrund, sondern die strukturellen Integrationsrisiken und ihre Bewälti- gung. Die raumanalytische Perspektive soll dazu dienen, die jeweils vereinseitigenden Perspektiven auf Chancen oder Defizite der Migration zu verlassen und die aktiven Handlungsstrategien zu be- trachten. 1. Einleitung Heute bestreitet kaum jemand mehr die Wirksamkeit der sozialen Kategorien Klasse, Ethnizität und Geschlecht als gesellschaftsstrukturrelevant. Mit dem Fokus auf unterschiedliche Dimensionen der Benachteiligung hat u.a. PISA auf die Vielschichtigkeit des Wirksamwerdens von Disparitäten im Bildungssystem hingewiesen (z.B. Baumert u.a. 2001, Prenzel u.a. 2003, Baumert u.a. 2006) und damit einen relevanten Beitrag zur Herauslösung der unterschiedlichen Ungleichheitsdimensionen aus der Singularität jeweiliger Subdisziplinen geleistet. Dabei macht eine aufmerksame Lektüre der PISA±Daten darauf aufmerksam, dass eine Verbindung der Ungleichheitsdimensionen, also die sys- tematische Vermittlung der drei Strukturkategorien noch aussteht (Boos±Nünning/Karakaşoğlu 2005), auch wenn es bereits in den 1990er und beginnenden 2000er Jahren aus der Gender± und der Migrationsforschung zahlreiche Hinweise auf die Erkenntnismöglichkeiten einer solchen Verbin- dung gegeben hat (für die Genderforschung: vgl. Becker±Schmidt 1987, Lenz 1994, 1995, Becker± Schmidt/Knapp 1995; für die Migrationsforschung: vgl. Karakaşoğlu±Aydın 2000, Hummrich 2002, Ofner 2003, Weber 2003). Die Ausführung in den letztgenannten Studien, insbesondere den struk- turanalytischen, erfolgen vielfach mit Bezug auf eine raumbezogene Semantik: es gibt „Aufsteige- rInnen“ und „AbsteigerInnen“, es gibt sozial randständige Milieus und untere, mittlere und obere Bildungs± und Verdienstklassen. Dies verweist darauf, dass Bildung nicht nur unter der Perspektive der Zeitlichkeit, sondern auch mit Blick auf die Räumlichkeit in den Blick genommen werden muss (dazu: Löw/Ecarius 1997, Löw 2001). Darauf zielt der folgende Beitrag und geht davon aus, dass eine verräumlichte Vorstellung von Bil- dungsprozessen die Möglichkeit schafft, unterschiedlich wirksam werdende Inklusions± und Exklu- sionsbedingungen im Feld der Bildung rekonstruktiv zugänglich zu machen. Ziel ist es, den Zusam- menhang von Migration und Bildung jenseits polarisierender Chancen± und Defizitdiskurse zu be- leuchten. 1
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This note was uploaded on 03/13/2011 for the course PUK 202 taught by Professor Roth during the Spring '10 term at Universität Klagenfurt.

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